Das Kulturlokal Mariaberg löst sich auf

Der Hausbesitzer Urs Räbsamen hat im Jahre 2011 die renovierten Wohnungen über dem Lokal vermietet. Die Kulturveranstalter konnten das verstehen, für sie ist aber klar: «Wir wollen uns nicht erneut mit Streitereien um die Lärmbelästigung auseinandersetzen, sondern unsere Energie im Kulturbetrieb einsetzen. In diesem Haus sehen wir deshalb keine Zukunft mehr.»

Die Mehrheit im Team entschied, das Mariaberg aufzugeben. Aber nicht nur das: Auch der Verein, der nun seinen Zweck verloren hat, löst sich auf. «Es ist uns nicht leichtgefallen», sagte Philipp Bättig. «Besonders die neueren Teammitglieder hätten lieber weitergemacht. Sie sind jetzt enttäuscht.» Warum aber kämpfte das 13köpfige Team nicht? Warum suchte es sich keine neue Liegenschaft? Der Vereinspräsident erklärte, dass die Bedingungen in Rorschach einfach zu schwierig waren. Der Verein kämpfte schon lange um das Bestehen.

Konkurrenz St. Gallen

«Mit unseren, zum Teil unbekannten Bands stiessen wir oft auf wenig Interesse. Wenn wir aber mal eine Partyreihe veranstaltet haben, war das Haus voll», sagte Philipp Bättig. «Das genügt unseren Ansprüchen aber nicht und ist wirklich frustrierend.» Immer stärker hat man in vergangener Zeit auch gespürt, dass sich das junge Publikum mehr für das Ausgangsangebot in St. Gallen interessierte. «Da können wir schlecht mithalten. In Rorschach ist einfach zu wenig los. »

Hat die Schliessung auch etwas mit den wiederholten Einbrüchen zu tun? Philipp Bättig verneint, weist aber darauf hin, dass auch finanzielle Gründe mitspielen. Das Bezahlen der Miete und der Nebenkosten sei immer wieder ein mühsamer Kampf gewesen. Nun sei der richtige Zeitpunkt zum Aufhören gekommen, betont er. «Wir sind zufrieden mit dem bisher Geleisteten. »

Räbsamen will Gastrobetrieb

«Ich finde es schade, dass wir keine Lösung gefunden haben», sagt der Hausbesitzer Urs Räbsamen. Er sucht einen neuen Pächter für das Lokal. «Es soll wieder öffentlich genutzt werden, aber nicht in dieser Lautstärke», sagt er und verrät: «Mir schwebt ein ähnlicher Gastrobetrieb wie das vor.»

Das «Maberg»-Team führt seinen Kulturbetrieb noch bis zum Saisonende im Mai weiter. Am ersten Juniwochenende gibt es ein grosses Abschiedsfest. Dann ist es mit der «Kulturbrauerei» im Mariaberg für immer vorbei.

Doch vielleicht gibt es Hoffnung: Laut Philipp Bättig denken einige junge Leute darüber nach, irgendwann etwas Neues auf die Beine zu stellen. «Wenn es zum Beispiel ein Kulturhaus der Stadt Rorschach gäbe, wären viele bereit, wieder Energie zu investieren», ist sich Philipp Bättig sicher. Urs Räbsamen deutet an, dass sich allenfalls auch seine Liegenschaft an der Kirchstrasse 3 für ein neues Kulturlokal eignen würde. Noch sei das aber nur eine Idee.

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